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Hello New York: Lernen per Liveschaltung

12. September 2019

Wer dieser Tage das Sprachlabor der Staatlichen Studienakademie Breitenbrunn in den späten Nachmittagsstunden aufsucht, ist erst einmal irritiert. Die Studierenden tragen Headsets und schauen gespannt auf ihre Bildschirme. Einige tippen eifrig Nachrichten, andere scheinen sogar mit ihrem Bildschirm zu sprechen. Es wird 90 min lang konzentriert gearbeitet. Nach dem Lachen zu urteilen, welches hin und wieder ertönt, scheint das Ganze allen Spaß zu machen. Ein(e) Dozent(in) ist nirgends zu sehen.

Der Grund dafür ist, dass die Dozentin Kerin Rigney gar nicht in Breitenbrunn anwesend ist, sondern in ihrem Büro in New York sitzt. Via Liveschaltung unterrichtet sie einmal pro Woche ‚Business English‘. Die Studierenden sehen auf ihren Bildschirmen nicht nur ihre Dozentin, sondern auch alle Kommilitonen, welche an dieser Lehrveranstaltung teilnehmen. Wenn ein(e) Studierende(r) spricht, erscheint diese(r) in Großformat. Auf alle Unterrichtsmaterialien, welche online eingespielt werden, können die Teilnehmer individuell zugreifen. Kurze schriftliche Übungen werden von Kerin entweder sofort korrigiert oder den Studierenden nach der Lehrveranstaltung mit Anmerkungen zugeschickt.

Die Idee für diese etwas andere Form der Sprachvermittlung wurde eigentlich aus der Not heraus geboren. Um die Studierenden mit den verschiedenen Varianten der englischen Sprache vertraut zu machen, wird ‚Business English‘ an der Studienakademie in Breitenbrunn seit jeher von Muttersprachlern als auch Nichtmuttersprachlern gelehrt. Unsere Muttersprachler kommen sowohl aus dem britischen als auch nordamerikanischen Sprachraum. Nachdem unser langjähriger Kollege aus Kanada eine Festanstellung an einer anderen Einrichtung erhalten hatte, war guter Rat teuer. Zwar hatten wir glücklicherweise immer noch unseren Kollegen aus Großbritannien, aber völlig ohne Erfahrungen mit den Besonderheiten des ‚American English‘ wollten wir unsere Studierenden doch nicht in die globale Geschäftswelt entlassen. Irgendeine Lösung des Problems musste es doch geben!

Unsere Recherchen führten uns schließlich zur Webseite der Sprachschule 3iMobile in New York, welche seit 2000 weltweit mobile Sprachkurse für Geschäftsleute und Firmen anbietet. Nach einem ersten Kontakt per E-Mail wurde in einem einstündigen Telefongespräch die Möglichkeit einer Zusammenarbeit ausgelotet. Wichtigste Voraussetzung für eine Kooperation war natürlich die Technik. Da die Studienakademie in Breitenbrunn in der glücklichen Lage ist, ein hervorragend ausgestattetes Sprachlabor zu besitzen, stand ersten Tests nichts im Wege.

Im Juli 2019, nach verschiedenen technischen Anpassungen und weiteren Tests, konnten die ersten Kurse per Liveschaltung an den Start gehen. Unsere Befürchtung, die Leitung nach New York könnte nicht stabil sein, bestätigte sich nicht. Nach nunmehr 60 LVS in drei Gruppen können wir sagen: „Es hat sich gelohnt!“. Wir haben nicht nur eine Möglichkeit gefunden, unseren Studierenden auch zukünftig regelmäßig Lehrveranstaltungen mit Muttersprachlern aus dem nordamerikanischen Sprachraum anzubieten, sondern auch eine neue Form der Sprachvermittlung als Ergänzung zu herkömmlichen Lehrveranstaltungen eingeführt.

Unsere Liveschaltungen nach New York sind zwar immer noch Lehrveranstaltungen und keine echten ‚Business Meetings‘, aber authentischer als konventioneller Sprachunterricht sind sie auf jeden Fall! Spätestens jedoch wenn Kerin im ärmellosen Sommerkleid auf dem Bildschirm erscheint und sagt: „Es scheint ja ganz schön kalt zu sein Breitenbrunn. Ihr habt ja alle Pullover und Jacken an. Wir in New York haben zur Zeit strahlenden Sonnenschein und 77°F (25°C).“, wären die meisten Studierenden wohl doch lieber direkt in New York statt nur per Internet zugeschaltet zu sein.

 

Prof. Dr. Ute Schloderer

Staatliche Studienakademie Breitenbrunn

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